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19.12.2021 erstellt von: Franz Drews


Wunschzettel der AG Verkehrswende

„Wünsch Dir was, dann kriegste das!“, heißt ein Radioformat, bei dem den Hörer*innen die tollsten Wünsche erfüllt werden. Es sind meist persönliche Wünsche, wie eine Urlaubsreise oder ein Auto.
Neben diesen verständlichen privaten Wünschen, gibt es aber auch noch die großen Wünsche, die in die ganze Gesellschaft hineinreichen.

Trauen wir uns heute einfach mal – es ist schließlich bald Weihnachten - an diese großen Wünsche heran. Alle sprechen von einer nötigen Verkehrswende und immer mehr Städte und Kommunen sind auf einem guten Weg dorthin. Unsere Nachbarstadt Frankfurt möchte jetzt Fahrradstadt
werden. Wie machen die das? Was ist dazu nötig? Was können wir auch für Neu-Isenburg daraus lernen? Wie könnte auch Neu-Isenburg noch lebens- und liebenswerter werden?


Wie schön wäre es, wenn wir Isenburger bei Begegnungen auf den Straßen nicht schreien müssten, wenn wir miteinander reden und lachen.
Wie schön wäre es, wenn wir das Zwitschern der Vögel inmitten der vielen Grünflächen und das Klirren der langstieligen Löffel in den Lattegläsern vor den vielen netten Kaffees und Restaurants hören würden?
Wie schön wäre es, wenn die Fußgänger, Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwägen und radelnde Kinder ohne Hindernisse und in gegenseitiger Rücksicht die Gehwege nutzen könnten?
Wie schön wäre es, wenn die vielen Schulkinder sicher mit dem Fahrrad zu ihren Schulen radeln könnten?
Wie schön wäre es, wenn immer mehr Menschen zum Einkaufen, zum Arzt oder zu sonstigen Treffpunkten ganz selbstverständlich mit dem Fahrrad fahren, weil eine gute und sichere Infrastruktur sie dazu motiviert und die Fahrten schnell zu erledigen sind.
Und ja, es gibt sie schon, die Stadt, in der die Menschen diese paradiesischen Zustände bereits erleben. In der spanischen Provinzhauptstadt Pontevedra im Nordwesten des Landes an der spanischen Atlantikküste, kommen die Bewohner seit 1999 fast immer ohne Wagen aus, weil der Autoverkehr dort weitgehend aus der Innenstadt verbannt wurde. Leicht war der Weg nicht, denn viele Menschen hatten Angst vor den Neuerungen. Inzwischen bekennt ein Ladenbesitzer und ehemaliger Skeptiker: „dass es vor allem wichtig ist, wie viele Menschen zu Fuß an deinem Laden vorbeigehen.“
Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hildalgo war von den Ausführungen des Bürgermeisters überwältigt. Hildalgo will Paris bis 2030 von Autos mit Verbrennungsmotoren befreien; sie wolle von Fernandez Lores und der Stadt so viel wie möglich lernen. Lores, der mutige Bürgermeister, will das Modell in die ganze Provinz Pontevedra, die 900 000 Einwohner zählt, exportieren. (FNP Artikel vom 5.4.2019)
Oder das jüngstes Beispiel: Rostock. Der Oberbürgermeister von Rostock, ein Däne aus Kopenhagen, ist für mehr Radverkehr in der Hansestadt angetreten. Um den Platz in der Stadt umzuverteilen, will er Stadt und Verwaltung neu denken. Er möchte Aussagen: „Das geht nicht“
oder „Das haben wir schon immer so gemacht“ bremsen. Er möchte eine Kultur des „So machen wir das jetzt möglich“ etablieren und dazu Experten einkaufen, die weltweit schon Radwegenetze gebaut haben, und denen sagen können:.“Macht uns den Plan fertig, und zwar schnell.“ Es geht künftig um eine Neuaufteilung von vorhandenen Verkehrsflächen statt Neubau und Erweiterungen. Mobilitätswende heißt für ihn, die Nutzung von Verkehrsflächen zu diskutieren und neu zu definieren.
(Das gesamte Interview ist unter: https://www.adfc.de/artikel/mobilitaetswende-heisstverkehrsflaechen-neu-definieren veröffentlicht.)
Auch wir hoffen auf neue Zeiten und ein Umdenken bei den Menschen und den politisch Handelnden dieser Stadt, die so viel liebens- und lebenswerter werden könnte. Bringen wir die Bereitschaft und Offenheit mit, auch von anderen lernen zu wollen?
In dieser Zuversicht wünschen wir allen eine besinnliche Weihnachtszeit und ein gutes neues Jahr.
für die AG Verkehrswende: AGVerkehrswende‍(‌at‌)‍web.de


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