Neu Isenburg Banner
22.06.2020 erstellt von: Franz Drews


PM Probelauf für Fahrradstraßen ohne Bürgerbeteiligung?

Fahrradstraße AG Verkehrswende

Die Mitglieder der ADFC-Arbeitsgruppe Verkehrswende haben im März ihre Vorstellung zur Errichtung von Fahrradstraßen in der Neu-Isenburger Innenstadt öffentlich bekanntgegeben. Zu diesem wichtigen Thema gab es noch keine Bürgeranhörung. Noch Ende Februar kündigte Herr Schmitt öffentlich an, dass die Bürger im Rahmen einer Planungswerkstatt mit einbezogenen werden sollen. Davon ist nichts mehr zu vernehmen. Wir als radelnde Bürger möchten unsere wichtige gesellschaftliche Stimme bei den Planungen zur Errichtung von Fahrradstraßen einbringen und damit zur Lösung für ein verträgliches Miteinander im öffentlichen Verkehrsraum beitragen.


Denn auch dem Magistrat und den weiteren Verantwortlichen dürfte klar sein: Ohne korrigierenden Blick von erfahrenen Radlern vor Ort wird es kein vernünftiges Konzept zur Errichtung von Fahrradstraßen geben. Durch die Errichtung von Fahrradstraßen sollen hauptsächlich für die vielen SchülerInnen in der gesamten Innenstadt sichere Schul-Radwege geschaffen werden. Die Vorstellungen der AG Verkehrswende zur Streckenführung der West-Ost-Achse und Nord-Süd Achse dienen diesem Ziel. Vom Bahnhof kommend sollte die Strecke über die Bahnhofstraße bis zur Fußgängerzone, dann links in die Waldstraße, gleich wieder rechts in die Lessingstraße und über die Frankfurterstraße in die Offenbacherstraße bis zur Goetheschule und zum Birkengewann führen. Die Nord-Süd Achse sollte von der Friedensallee kommend durch die komplette Waldstraße bis zur Carl-Ulrichstraße führen. Diese Fahrradstraßen würden direkt die Schulen anbinden, eine Anbindung an den Bahnhof, den geplanten Radschnellweg, die Fußgängerzone und die Straßenbahn wäre damit gegeben. Mit unseren Vorschlägen wollen wir dazu beitragen, dass das veraltete Konzept der autogerechten Stadt aus den 70ern aufgegeben wird. Dann kann Neu-Isenburg eine schöne, menschengerechte, klimafreundlichere und somit lebenswertere Stadt werden. Auch das selbstgesteckte Ziel der Stadt, dass der Radverkehrsanteil bis 2025 von derzeit ca. 8% auf 20-25% steigen soll, begrüßen wir sehr. Unsere Vorschläge zur Streckenführung von Fahrradstraßen dienen genau diesem Ziel und tragen dazu bei, dass der öffentliche Verkehrsraum gleichberechtigt und sicherer genutzt werden kann und ein verträgliches Miteinander von Fußgängern, Radlern und Autos geschaffen wird. Die deutliche Erhöhung des Radverkehrsanteils ist jedoch erst durch ein verändertes Mobilitätsverhalten in der Breite der Gesellschaft und den damit notwendig verbundenen Veränderungen möglich. Dazu muss eine Fahrrad Infrastruktur vorhanden sein, die die Menschen motiviert, innerörtlich das Rad statt das Auto zu benutzen. Der öffentliche Raum muss insgesamt neu strukturiert werden, weil in unserer Stadt der Autoverkehr immer weiter zunimmt, der öffentliche Parkraum nicht ausreicht und deshalb der Verkehrskollaps droht. Deshalb muss in der gesamten Stadt MEHR PLATZ FÜRS RAD geschaffen werden. Notwendigerweise fällt bei der beschriebenen Streckenführung der AG Verkehrswende öffentlich genutzter Parkraum weg. Dies ist unumgänglich, da bei zunehmender Autodichte pro Familie das bisherige Parkraumkonzept ohnehin nicht mehr funktioniert. Wer selbst regelmässig Rad fährt, weiss um die Gefahrenstellen, kennt die Bedürfnisse von Radlern und kann abschätzen, welche Wegeführungen überhaupt eine Chance haben, angenommen zu werden. Da Radler in der Regel den kürzesten Weg suchen, sollten diese Wege als Fahrradstraßen errichtet werden. Wer diese Erfahrung ignoriert, kann viel Geld in den Sand setzen.
Laut Magistrat soll die Süd-Nord-Achse über Luisenstraße und Ludwigstraße führen. Diese ist ungeeignet, weil es sich um um zwei getrennte versetzte Straßen handelt. Sie sind verbunden durch ein Stück Fußgängerzone. In einer Fußgängerzone haben Fußgänger Vorrang. Somit kann hier keine Strecke für eine Fahrradstraße entstehen. Während des Wochenmarktes ist Radfahren dort ohnehin verboten. Am nördlichen Ende der Ludwigstraße an der Friedensallee gibt es ausserdem keine direkte Anbindungsmöglichkeit zur Straßenbahn. Stattdessen ist die Waldstraße, die von der AG Verkehrswende favorisiert wird, direkt anbindbar an die Straßenbahn und führt direkt von Nord nach Süd an Schule und Kita vorbei.
OST-West-Achse Bei der Probestrecke des Magistrats fehlt der gesamte Innenstadtbereich westlich der Herzogstraße. Viele Eltern werden weiterhin ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren. Die AG Verkehrswende möchte eine Fahrradstraße ab der Frankfurterstraße direkt zu den Schulen über die Offenbacherstraße. Am Erlenbach und den Grundwiesen könnte jetzt zusätzlich eine Fahrradzone errichtet und vom Land Hessen finanziert werden. Durch die Neuregelung der StVO können mit dem neuen Verkehrszeichen“ Fahrradzone“ nunmehr größere zusammenhängende Bereiche nach den Regeln für Fahrradstraßen eingerichtet werden.
Der ADFC und die AGVerkehrswende stehen gerne für weitere Anregungen zur Verfügung
Für die AG Verkehrswende AGVerkehrswende‍(‌at‌)‍web.de
Neu-Isenburg, den 12.6.20


33-mal angesehen




© ADFC 2020

Banner Mitglied werden
Werbefläche vermietet an lautlos