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16.04.2020 erstellt von: Franz Drews


Unfallträchtiger Kreisel

Die AG Verkehrswende weist auf die erhöhte Unfallgefahr auf dem Kreisverkehr Hugenottenallee/ Friedensallee hin.
In Radfahrerkreisen ist der Kreisel berüchtigt und gefürchtet, besonders seit einem schweren Verkehrsunfall kurz vor Weihnachten. Umfragen ergaben, dass es dort immer wieder zu gefährlichen Begegnungen mit dem Autoverkehr kam. Beobachtet und gemeldet wurden auch diverse Kollisionen ausschließlich von Autos.
Auch für Fußgänger ist der Kreisel ohne die mittlerweile obligatorischen Zebrastreifen nicht ungefährlich.


Der Kreisel wird zu schnell angefahren, auch weil er schnell durchfahren werden kann. Daher kann die komplexe Verkehrssituation nicht in Gänze und der Konsequenz erfasst werden. Ursache ist nicht nur die Raserei sondern auch die Kreiselgestaltung, die entsprechendes Verhalten nicht verhindert.
Die AG Verkehrwende sorgt sich um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und bittet die Stadt, die Kreiselanlage zu überarbeiten. Kurzfristig machbar sind eine sachgerechte Beschilderung und farbliche Markierungen die für eine reduzierte Geschwindigkeit und somit für mehr Verkehrssicherheit sorgen.
Aber nicht nur die Stadt ist gefordert, auch jeder Verkehrsteilnehmer muss achtsamer und vor allem langsamer und ohne Zeitdruck unterwegs sein.
Gemeinsam schaffen wir das: Vision Zero Verkehrsopfer
Für mehr Sicherheit im Straßenverkehr
AG Verkehrswende: AG Verkehrswende‍(‌at‌)‍web.de und info‍(‌at‌)‍adfc-neu-isenburg.de Neu-Isenburg, den 8.7.20
Ein Unfallopfer hat uns einen Brief überlassen den wir nachfolgend abdrucken
Radeln in Isenburg aus der Sicht eines Nicht-Radlers
Mangels Auto und mangels körperlicher Fähigkeit zum Radfahren beobachte ich die NeuIsenburger Mobilitätskultur aus dem Blickwinkel eines behäbig humpelnden Fußgängers. Es ist keine neue Erkenntnis, dass das Auto im Städtchen – rollend wie parkend - das absolut dominante Verkehrsmittel ist und fast den gesamten öffentlichen Raum beansprucht.
Gleichwohl bevorzugt eine mutige Minderheit das Fahrrad. Mut, große Risikobereitschaft ebenso wie schüchternes Abtreten der Vorfahrt und zuweilen die Flucht auf die (zugeparkten, viel zu schmalen) Gehwege prägen den Fahrstil. Weil die Radler nun mal die Schwächeren sind und Konflikte vermeiden, werden sie von den Automobilisten kaum wahrgenommen. Es fehlt auch die kritische Masse an Radlern, die den Autofahrern Rücksicht, Respekt und die Einhaltung von Verkehrsregeln aufzwingt. Deshalb radelt man wohl im westfälischen Münster, in Dänemark oder den Niederlanden viel sicherer.
Das Gesetz muss allzu oft dem „Recht“ des Stärkeren und den Mobilitätsgewohnheiten der Mehrheit (der Wahlberechtigten) weichen. Knöllchen fürs Parken auf dem Geh- oder Radweg scheinen tabu. Die Wahrnehmung von Radlern erfolgt mitunter nur unbewusst oder gar nicht. Sie werden häufig mit kaum 20 Zentimeter Abstand überholt, um gleichdrauf rechts anzuhalten zwecks Parken. Nur unerfahrene, wenig einfühlsame Radler stellen solche Autofahrer dann leichtsinnig zur Rede. Die sodann häufig angedrohten Prügel können durchaus in die Tat umgesetzt werden. Liebe Radler, gerade junge, muskulöse BMW-Fahrer sind sehr sensibel und seelisch tief getroffen, wenn man ihren liebgewonnenen „sportlichen“ Fahrstil kritisiert.
Auf Druck und zur Beruhigung von Radler-Initiativen hat die Stadt Maßnahmen versprochen und solche schon eingeleitet, welche die Wahrnehmung von Radfahrern zwar erleichtern, jedoch ohne den Autoverkehr zu beschränken. Das haben die Autofahrer bislang kaum bemerkt, denn weiterhin fallen Radler dem Autoverkehr – trotz Vorfahrt – zum Opfer.
Vor vier Monaten wurde auch meine Fähigkeit des Radfahrens in einem Kreisverkehr abrupt und nachhaltig beendet. Während eines fünfwöchigen Klinikaufenthaltes wurde mir die Relativität des Vorfahrt-Begriffs im Isenburger Verkehrsgeschehen bewusst. Dem hiesigen Zeitgeist entsprechend stellte die Staatsanwaltschaft sinngemäß fest, dass ich keinen großen Schaden erlitten hätte.
Angesichts der Corona-Krise alles unwichtig? Darf man nach den Aussagen prominenter Soziologen hoffen, dass auch die Isenburger sich künftig so einsichtig Zwängen der Staatsgewalt beugen, also auch wegen der Klimakrise? Wären Isenburger Autobesitzer geläutert, gar schuldbewusst, wenn die Stadt endlich die kommunale Verkehrskostenrechnung – ein wirklich simples Tool auftrags Bundesverkehrsministerium – durchführte und die enormen Defizite des rollenden und ruhenden Autoverkehrs nachweist?
Ist nach Corona ein Wertewandel, eine Verkehrswende, eine Respektierung des Radverkehrs vorstellbar?



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